Weichen werden gestellt

Der Bahnvertrag von 1987 ist obsolet, weil die Planung auf dieser Grundlage zu keinem brauchbaren Ergebnis führt. Der Wettbewerb zur sog. "Seeanbidnung" hat keinen ersten Preis gebracht und der zweite Preis führt zu inakzeptablen Zwängen: 

Durch die Vergrößerung der Gleisradien rutscht der Gleiskörper in der Nordkurve bis 3 m an das historische Bahnhofgebäude heran und in der Südkurve bis 3 m an das Undosa-Gebäude. In der Südkurve fallen deshalb Promenade und Bootshütten ganz weg. Die Gleisachse veläuft im Wendpunkt zwischen Nordkurve und Südkurve nicht mehr parallel zum historischen Bahnhofsgebäude, eine schräge Angelegenheit nicht nur aus der Sicht des Denkmalschutzes. So einen Bahnhof hat die Welt noch nicht gesehen!

 

Ersatzweise sieht die Wettbewerbslösung (Planung Morpho-Logic) eine Aufschüttung des Sees bis zur Seekante des Undosas vor. Da der gesamte See dem spezielle europäischen Schutzgebiet von Natur- und Landschaftsschutz nach den Fauna-Flora- Habitatrichtlinien (FFH-Gebiet) unterliegt, ist an eine Seeaufschüttung nicht zu denken. Dies wäre ein undenkbarer Verstoß gegen die Richtlinien und ein einmaliger Fall nicht nur in Bayern. Der Bund Naturschutz, der sich bisher vornehm zurückhält, müsste eigentlich im Quadrat springen.

 

Die ersatzweise Lösung durch Stege sind ökologisch ebenso bedenklich. Die streng geschützten Amleuchteralgen würden dann ohne Sonne verenden.

 

Der nachhaltig behauptete Flächengewinn durch die Gleisverlegung auf der Seeseite ist geometrischer Nonsens, denn die Gleise rutschen zur Innenkurve, sodass dem Flächengewinn auf der Nordkurve ein Flächenverlust auf der Südkurve gegenüber steht. Dieser kann allein durch eine Aufschüttung des Sees kompensiert werden.

 

Eine endlose Debatte rankt sich um die Höhenlage der Gleise und die Tiefe der Unterführung. Kein Fußgänger steigt gerne über ein bis zwei Stockwerke in ein Loch. Legt man die Gleise aber höher, dann verschwindet Starnberg hinter dem Bahndamm. Man kann die Tragkonstruktion und das Gleisbett im Aufbau reduzieren, was zu marginalen Verbesserungen führt, doch der große Wurf bleibt aus.

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